Am Freitag, dem 10. Juli 2026, führte die Feuerwehr Frießnitz-Rosenbach im Bereich Oberschlatten eine praxisnahe Übung durch. Im Mittelpunkt stand das Verlegen einer langen Zubringerleitung unter besonderen örtlichen Bedingungen.
Beübt wurde ein angenommener Brand in einem kleinen, höher gelegenen Teil von Schlatten. Dieser Bereich liegt über dem Hochbehälter der Wassergenossenschaft, der den Großteil des Ortes versorgt. Aufgrund des Höhenunterschiedes verfügt er über eine eigene kleine Wasserversorgung aus einer höher gelegenen Quelle, durch die der notwendige Differenzdruck entsteht.
Um das theoretische Brandobjekt mit Löschwasser zu versorgen, wurde vom Hochbehälter eine lange Schlauchleitung über eine Straße und eine Autobahnüberführung verlegt. Dabei mussten sowohl die Entfernung als auch der Leitungsverlauf sowie die Gelände- und Höhenverhältnisse berücksichtigt werden.
Alternativ hätte in einem tiefer gelegenen Ortsteil mithilfe einer TS – Tragkraftspritze – Wasser aus einem Hydranten entnommen und über eine längere Leitung zum Brandobjekt hinaufgepumpt werden können. Je nach Leitungslänge und Höhenunterschied wären zusätzliche Pumpen zur Druckverstärkung erforderlich gewesen.
Im Ernstfall würden abhängig vom Alarmstichwort mehrere Einsatzfahrzeuge und Tanklöschfahrzeuge alarmiert. Diese stellen besonders zu Beginn rasch Löschwasser bereit. Für einen länger andauernden Einsatz ist jedoch eine dauerhafte Löschwasserversorgung notwendig.
Bei unzureichender Wasserversorgung kann außerdem ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet werden. Dabei fahren mehrere Fahrzeuge abwechselnd zwischen einer geeigneten Wasserentnahmestelle und der Einsatzstelle, um laufend Löschwasser nachzuliefern. Während ein Fahrzeug Wasser abgibt, befinden sich die anderen bereits auf dem Weg zum Befüllen oder zurück zur Einsatzstelle.
Die Übung zeigte erneut: Kein Einsatz gleicht dem anderen. Unterschiedliche Zufahrten, Entfernungen, Höhenverhältnisse und Wasserentnahmestellen erfordern flexible Lösungen und oft auch ein Denken „um die Ecke“. Regelmäßige Übungen sind daher entscheidend, um verschiedene Möglichkeiten zu erproben und die Zusammenarbeit innerhalb der Mannschaft weiter zu stärken.



